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AYUDH-Retreat in Berlin
27.- 29. November 2009
Am Freitagabend kamen die meisten Ayudhler in der Yogaschule in Berlin an. Ein witziges Kennenlernspiel und stimmungsvolle Bhajans eröffneten das Wochenende. Das Retreat lief unter dem Motto vom Dunkel ins Licht, für das sich insgesamt sechzehn junge aktive Ayudhs angemeldet hatten.
Am Samstag Morgen klingelte der Wecker schon um 6.00 Uhr und das Programm begann mit einem Gebet. Danach gab es eine Stunde Yoga. Während einige ihren Kopfstand zum Besten gaben, waren andere bereits nach 12 Runden Sonnengruß erschöpft. Dennoch waren alle frisch nach den Übungen und genossen ein leckeres ausgiebiges Frühstück.
Um 10.00 Uhr begann die Diskussionsreihe zu dem Thema des Wochenendes. Im Kreis bekam jeder insgesamt drei graue und drei weiße Zettel. In der ersten Runde wurde darüber erzählt welche negativen Aspekte die Jugendlichen auf der Globalen Ebene wahrnehmen und wie man diese verändern könnte. Auf den grauen Zettel schrieb jeder den dunklen Aspekt und die weißen Zettel beinhalteten einen möglichen Lichtaspekt. Einige Jugendliche beklagten die Umweltverschmutzung, den einhergehenden Klimawandel, soziale Kälte, Gewalt, Isolation und Entfremdung. Einer klagte über den Hass, der in der Welt herrscht und sagte so treffend, dass uns schon gar nicht bewusst zu sein scheint, wie oft wir im täglichen Leben sagen "Ich hasse dies, ich hasse jenes..". Nicht nur die materielle Armut, sondern auch die geistige Armut wurde als zentrales globales Problem erkannt. Im Grunde plädierten alle für mehr Bewusstheit im Alltag; die Nächstenliebe wurde erwähnt, aber auch der selbstlose Dienst, dem Anderen zu helfen, ohne etwas dafür zu verlangen.
Die zweite Runde betraf die Wahrnehmung der negativen Aspekte im näheren Umfeld. Einige erwähnten Konflikte im familiären Umfeld oder Freundeskreis, die Angst zu teilen und darüber zu reden, was einen wirklich berührt. Auffallend sei ebenso die negative Grundstimmung bei vielen Jugendlichen in den Schulen. Es sei unheimlich schwer der allgemeinen Grundhaltung "Kein Bock" entgegenzuwirken. Als Lichtaspekte, die aus diesem Dunkel heraus helfen könnten, wurden folgende erwähnt: die Angst überwinden frei zu reden, besseres Zuhören, Lächeln, Mitgefühl.
Nach einer kleinen Teepause lernten die Ayudhler wunderschöne deutsche (Weihnachts-)lieder für den anstehenden Altenheimbesuch. Um ca. 13.30 Uhr brachen alle gemeinsam auf und erst gab es leckeren Döner (vegetarisch natürlich) von einer Bude mitten im Stadtverkehr, was niemanden zu stören schien, im Gegenteil, alle freuten sich auf den Altenheimbesuch.
Und auch die alten Menschen freuten sich sehr, die vielen Jugendlichen zu empfangen. Eine alte Dame weinte sogar. Das Singen im ersten der zwei Häuser war sehr rührend. Die alten Menschen im zweiten Haus waren meist schon recht dement, aber dennoch ganz fröhlich gelaunt. Eine Frau war sogar 98 Jahre alt.
Alt und jung sangen gemeinsam, die Alten freuten sich auch sehr über die vielen Gespräche, die zustande kamen. Manche hielten die Hände und wollten nicht loslassen. Zum Schluss wurde ein Teelicht herumgereicht, das jeder in die Hand nahm, und dabei für einen anderen Menschen oder sich selbst einen Wunsch aussprechen durfte. Die Verabschiedung war sehr emotional. Einige wollten die Jugendlichen gar nicht gehen lassen und hoffen natürlich, dass sie wiederkommen.
Zurück in der Yogaschule gab es eine Stunde Bhajans singen, das die wunderschöne Stimmung aufrecht erhielt. Am nächsten Morgen wurde nach dem morgendlichen Gebet und Yoga ein weiteres Mal das Thema "vom Dunkel ins Licht" besprochen. Dieses Mal ging es um die Licht- und Schatten-Aspekte auf der persönlichen Ebene. Es war eine sehr bewegende Runde, in der die Jugendlichen offen über sich selbst und ihr Leben reflektierten.
Der letzte gemeinsame Programmpunkt führte durch die historischen Denkmäler Berlins. Eine der Organisatorinnen hatte eine interessante Tour durch das Sony Center, das jüdische Mahnmal, Brandenburger Tor und dem Deutschen Reichstag vorbereitet. Am Ende stand fest: das Berlin-Retreat muss unbedingt wiederholt werden!
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